Blickte in die Nacht, hoch oben vom DachFenster über die seicht vom Mond gebutterten Häuser der Stadt. Bittere Kälte schien uns dieser Tage zu isolieren. Der JahresWechsel lag über einen Monat zurück, doch noch immer stürzten vereinzelte VollDeppen durch die dunklen StraßenEcken und huldigten ihrem FeuerWerk. 2025 begann mit dem längsten Kater, alle wirkten wie in dem Käfig der FeierTage gefangen, missmutig, träge, einzig angetrieben von der Gier nach schlechter Laune.
Morbide Explosionen schepperten durch die Stille. Musste gerade an das ausgebrannte Auto denken, dass eine Straße weiter steht, garniert mit den verkohlten ÜberResten unzähliger MüllTonnen. Vor zwei Wochen hatte ein Mann auf einem SpielPlatz in der Nähe einen seltsamen Böller gefunden, wollte ihn wegräumen. Dabei wurde seine Hand weggesprengt. Das Heiligtum FeuerWerk verlangt nach seinen OpferGaben. Unerbittlich.
Hatte Sorge, dass mein Sohn von dem Krach aufgewacht war. Also schlich ich die schmale WendeTreppe nach unten in die eigentlich Wohnung. Er schlief friedlich. Ich warf noch einen Blick durch das offene, große WohnZimmer und kletterte wieder zurück unters Dach an meinen SchreibTisch. Der steht direkt unterm Fenster. Ich schaute auf das VölkerschlachtDenkmal, wie es unserer Vergangenheit mahnend am Horizont leuchtete. Musste bis zum nächsten Tag noch einen Artikel fertig kriegen. Omas gegen Rechts, ist der Aufhänger mit HinBlick auf die baldige Wahl und der allgemeinen Angst vor der Rückkehr der Nazis. Traurig, dass wir im Jahr 2025 solche Probleme haben. Als ich noch ein Kind war dachte ich eigentlich, wir hätten das Thema überwunden, hätten die Nazis mit samt ihrer seelenlosen Gefolgschaft überlebt. Hannah Arendt hat mal gesagt, dass es weniger darauf ankommt, was deine Feinde machen, als das, was deine Freunde machen. Aber wie geht man damit um, wenn man AfD Wähler im FreundesKreis hat? Wenn deine Familie sich von dem rechten GedankenGut infizieren lässt? Wenn Rationalität, Fakten und Menschlichkeit keine Wirkung mehr haben und aus Wahrnehmung WahnSinn wird? Kann man mit Zombies diskutieren?
Musste mich kurz sammeln. Ist nicht gut, wenn man so innerlich aufgewühlt drauflos schreibt. Also stand ich auf und ging zum Fenster auf der anderen Seite, schräg hinter mir. Musste das DachFenster ankippen, um was zu sehen, Scheibe gefroren. Wenn ich dort rausschaue, sehe ich den MDR Tower und das MesseHochHaus auf 10 Uhr. Schon komisch, in der InnenStadt thronen die Symbole für Moderne, auf der anderen Seite, vor den Toren der Stadt, erhebt sich das Grauen des Krieges am Ende der Zivilisation.
Plötzlich hörte ich es tippen. Drehte mich um. Der Platz am SchreibTisch war so frei, wie ich ihn verlassen hatte. Ein paar BüroPflanzen, warmes Licht einer tragbaren LichtSäule. Bilder von Frau und Kind. Handy lag wachsam daneben. Es leuchtete auf. Neue Nachricht. Vielleicht war das das Geräusch. Wenn ich eine Mitteilung kriege, vibriert das Telefon impulsartig. Es war kurz nach elf Uhr abends. Frau wünschte gute Nacht. War auf DienstReise. Eine ihrer letzten. Bald würde der MutterSchutz losgehen. War daher mit unserem Sohn ein paar Tage alleine. Nur er, ich und unsere Katze.. Schliefen beide friedlich im großen Bett im SchlafZimmer.
Gute Nacht, schlaf schön, tippte ich ins Handy als würde ich einen Game Boy halten und legte es beiseite. Am liebsten hätte ich mich unten dazulegen und geschlafen, musste schließlich früh raus und das Kind in die Schule bringen. Also beschloss ich, Profi zu sein und den Text versiert runter zuschreiben und kein Manifest daraus zu zimmern.
Freiheit tanzt so wunderschön im Wechsel. Gib sie, krieg sie.
Was? Das hab ich nicht geschrieben. Konnte mich zumindest nicht daran erinnern. Verwirrend. Ich bin ein hervorragender MittelKlasseSchreiberling. Wenns drauf ankommt fliegen meine Finger eigenständig über die Tasten. Aber schon komisch. Egal. Zurück an die Arbeit, fertig werden. Auch, wenn die Augen immer schwerer wurden, auf Müdigkeit konnte ich keine RückSicht nehmen.
Nach zwei Absätzen fühlte sich die Müdigkeit vernachlässigt und wurde biestig. Ein harter Kampf begann. Starrte zehn Minuten ins Nichts. Auf einmal bewegten sich die Tasten wieder von selbst, begleitet durch grüne, schimmernde Blitze. Kurzer SchreckMoment, als die Worte auf dem BildSchirm auftauchten.
Erst am Ende der Befreiung aller Dinge, wird der Mensch sich selbst befreit haben. Fang bei mir an. Lass mich frei. Lass uns beide frei.
Okay, verdammt, musste einsehen, dass es keine Zweck mehr hatte. Fantasierte bereits. Zeit, ein paar Stunden zu pennen. Zwei, drei mussten reichen. Wenn ich um vier aufstehen würde, könnte ich den Artikel noch bis zum RedaktionsBeginn fertig kriegen. Klappte den Laptop zu, machte Licht, Musik und den kleinen Heizer aus, den ich hier aufgestellt habe, als der Frost kam. Gibt unterm Dach nämlich keine Heizung.
Unten in der schönen, warmen Wohnung angekommen drehte ich auch hier alles runter, machte die Lampe auf dem BücherRegal aus, die bis dato wie eine gedämpfte Sonne die Dunkelheit mit fruchtigem Leuchten verzierte. Nach kurzer, traniger KatzenWäsche schleifte ich mich ins SchlafZimmer, legte mich zum Kleinen. Musste vorher den verhassten Kater loswerden, der es sich auf meiner Seite bequem gemacht hatte. Wie kann ein so kleines Tier nur so schwer sein. Er kratzte nach mir. Ich fauchte mürrisch. Kroch unter die BettDecke. Fühlte mich komatös. Konnte aber nicht einschlafen. Neben mir friedlich schlummernd das Kind. Ist die HauptSache.
Es war kurz vor drei Uhr schepperte es oben. Das große Bett steht auch unter einer Schräge, direkt unterm Fester. Blickte in die blaugelbliche Nacht. Wollte eh gegen vier aufstehen. Wenn ich mich jetzt schon hoch hieven würde, hätte ich eine Stunde länger zum arbeiten. Dafür aber auch eine Stunde weniger, in der ich leer in die Finsternis starren konnte. Beides würde mich je vom anderen ablenken. Oder eher abhalten? Konnte meinen emotionalen BedürfnisHaushalt in dem Moment nicht sortieren. Kaffee. Brauchte Kaffee. Kein Bock, welchen zu machen. Muss ich erst Bohnen mahlen. Per Hand. EdelStahlKaffeeMühle von Gronewald. KeramikMahlWerk. Duftet herrlich, wenn man’s macht. Dauert aber ewig und ist von einem dezenten, schrillen Geräusch begleitet, wie wenn Züge bremsen. Die Frau war von Anfang an skeptisch gegenüber dem Projekt Kaffee selber mit der HandMühle mahlen. Hab es mit dem rituellen Aspekt verteidigt, von der Wichtigkeit zu verstehen, dass Kaffee um die Welt transportiert wird und eigentlich nicht verschwendet als schlichtes KonsumGut angesehen werden darf. Und das Mahlen mit der Hand sei symbolisch für die Mühen und den langen Weg, den der Kaffee hinter sich hat.
Langer Weg am Arsch, in Momenten wie diesen geht mir mein esoterischen SchwachSinn schwafelndes Ich der Vergangenheit tierisch auf die Nerven. Der Gedanke kroch in mein Hirn, die HandMühle neben das Klo zu stellen. Statt Game Boy zocken auf dem WC könnte ich auch Kaffee mahlen. Dann duftet es immer schön nach Urlaub im Bad und der Kaffee ist fertig, wenn man ihn braucht. Oder der Geruch von frisch gemahlenen Kaffee vermischt sich mit den Fäkal- und ParfumMief und ich werde auf Dauer ein olfaktorisches Trauma erleiden.
ErsteWeltProbleme.
Wieder Explosionen draußen. Antiquierte Bräuche bombardierten kulturelle Entwicklung. Illegale FeuerwerksKörper sind das Pearl Harbor der Polen. Schon absurd, Hitler und seine NaziSpacken haben Europa dermaßen zerfickt, dass wir heute immer noch damit zu tun haben, die Ruinen aufzuräumen und das ÖdLand wieder zu beleben, die EndZeit, die vererbt bekamen. Und da gibt es tatsächlich Leute, die sich hinstellen und meinen, yo, war ne gute Idee, können wa doch noch mal machen.
Ich bin total gegen die TodesStrafe und grundlegend kein Freund vom Töten, aber ich wäre für einen GesetzesEntwurf, der Menschen davon befreit, bei Nazis, sagen wir, wenn sie von einem Bus überfahren werden, Erste Hilfe leisten zu müssen.
Da fiel mir auf, dass, wenn ich eh schon wach liege und mich über die Herrschaft der alten, weißen Männer aufrege, ich auch einfach darüber schreiben konnte. Also hievte ich mich aus den Federn, warf mir BadeMantel über, stieg in riesige, flauschige HausSchuhe in Form eines MangaFuchses und schlurfte gähnend und zunächst ziellos durch die Gegend. Aus Spaß eineBlick in die KaffeeMühle. Tatsächlich - und kaum zu glauben - war da frisch gemahlenes Pulver drin! Glücklich heizte ich die EspressoMaschine an und ging schonmal nach oben an den SchreibTisch. Dort klappte ich den Laptop auf, überflog was ich schon geschrieben hatte. Alles Scheiße. Und Dafür gibt es nur eine Lösung. command [auf Windowsianerisch: STRG] A und esc. Manchmal muss man einen Text einfach löschen. Ich brauchte einen neuen Ansatz, einen neuen Einstieg und ein interaktives Fazit, ohne, dass es sich wie ein mahnendes Geknaff liest, sondern die einzig logische SchlussFolgerung meiner objektiven Darstellung sei. Das gute, alte aristotelische Rhetorik-Programm mit einem Finale der Erkenntnis als EigenErfahrung.
Mein Einstieg sei der Hannah Arendt Spruch mit den Freunden und wie sie sich verhalten und den fand ich auch gut, den Einstieg, doch kaum stieg ich ein, verirrte ich mich. Meine Gedanken rannten chaotisch durcheinander, stand auf und tigerte herum, versuchte die Verwirrungen durch sanftes herumlaufen abzuschütteln. Dann endlich ein GeistesBlitz, sah auf einmal klar und deutlich, worauf ich hinaus wollte und setzte mich vor Freude auf das kleine Sofa, dass oben in meinem DachgeschossBüro steht. Ein gravierender Fehler. Ich saß, lehnte mich an und schlief direkt ein.
Ein verzweifeltes Papa, PAPA, Hallo!, hämmerte mich wach. Mit einem Puls von zweitausend stürzte ich die kleine WendelTreppe nach unten zum Kind. Die Wohnung war vor hundert Jahren oder so mal ein großer DachBoden. Großer, offener Raum. Allerdings mit StützPfeilern. Die geben der Bude das gewisse etwas. Krachte die Treppe herunter und mit dem linken Fuß direkt gegen den Pfeiler vor dem SchlafZimmer. Kleiner Zeh gebrochen. Mache seit Jahren KampfSport. Ich weiß, wie sich ein gebrochener Zeh anfühlt. Heftiges Flackern vor den Augen. KotzGefühl. Lähmender Schmerz. Dafür war ich nun hellwach. Und direkt Panik. Wie spät ist es? Handy sagt 6:12 Uhr. Also alles gut, noch entspannt Zeit. Im ZombieModus zauberte ich hinkend und Schmerz weg fluchend ein PfannKuchenFrühstück und packte Gemüse, Nüsse und Früchte hübsch nach japanischen VorBild in die BrotBüchse vom Kind. Hätte aber genauso gut auch einfach ein Bild von einem blauen Gorilla rein legen können oder eine Packung TaschenTücher, er isst es eh nicht. Er ernährt sich zurzeit zu 90 Prozent von Salami, was mich zu 100 Prozent anpisst.
Egal. Wir machten uns fertig, ich brachte ihn zur Schule, unterhielte mich noch kurz mit den anderen Eltern und machte mich auf den RückWeg. Deadline für den Artikel ist um acht. Scheiße, der Redakteur würde ausrasten und ich keine Kohle kriegen. Dabei zählt gerade jeder Euro. Mist.
8:07. Wieder zuhause. Direkt hoch an den SchreibTisch, war spät dran, die OnlineRedaktionsSitzung lief schon sei ein paar Minuten. Ich suchte noch immer nach einer guten Erklärung, warum ich keinen Text lieferte, war aber auch einfach zu müde dazu und beschloss, es einfach über mich ergehen zu lassen. Loggte mich ein, Audio an, Kamera an. Erntete eine Begrüßung in Form von, na, endlich, wo bleibt der Artikel?
Ich öffnete langsam den Mund, um den EinDruck zu erwecken, was sagen zu wollen, wollte ich aber nicht und konnte ich auch nicht und daher hoffte ich nur, dass diese zutiefst unangenehme Situation schnell vorbei gehen würde. Tat einfach so, als würde ich noch das letzte Wort schreiben und öffnete die Datei und….
Und saß vor einem kompletten Artikel.
Wie kann das sein? Bloß nicht verwirrt wirken. Zumindest nicht mehr als sonst. Email tippen, Datei anhängen, senden. Hast du schon x Mal gemacht. Sei cool. Sei ein Profi. Sei souverän. Na ja, sei hauptsächlich cool.
Ohne großes SchauSpiel sendete ich also den Text an das Magazin und mit einem kurzem, Danke, sehr gut, passt, war mein Part auch schon erledigt und ich konnte das E-Meeting wieder verlassen.
Nachdem ich das Fenster vom Zoom Meeting schloß, war ich wieder alleine. Nicht, dass ich nicht auch vorher schon alleine gewesen wäre. Digital bleibt digital und nicht real. Aber dennoch, um auf Nummer sicher zu gehen behielt ich mein aufgesetztes Grinsen noch eine Weile. Bekam einen Krampf im Gesicht. Auf dem schwarzen, glatten BildSchirm spiegelte sich meine Visage. Die Augen entspannten sich, wurden normal, das dämliche Grinsen aber bliebt.
Wenn mich noch immer jemand heimlich über die Kamera beobachtet, dann suggeriert mein Lächeln, ich weiß Bescheid. Gibt es eigentlich noch Leute, die sich ihre LaptopKameras abkleben?
Ich starrte mich weiter an. Sah aus wie der Mann, der lachte, aus so’m alten Viktor Hugo Schinken. Ihr wisst schon, die literaturhistorische Vorlage für den Joker. Mein Kiefer schien eingeschlafen zu sein. Würde bestimmt bald sabbern.
Doch kommen wir zurück zu dem Artikel. So cool es auch wäre, im SchlafWandeln zu schreiben und dann am Morgen den perfekten Text zu haben, für mich wäre das ziemlich mies. Denn ich schreibe schließlich um des Schreibens Willen. Selbst einen EinkaufsZettel oder ein BackRezept abschreiben mache ich sehr gerne. Oftmals lösche ich gar Texte komplett und fange nochmal von vorne an, einfach nur, um noch etwas mehr mit meinen Fingern über die Tastatur skaten zu können.
Daher bin ich mir ziemlich sicher, dass mir mein UnterBewusstsein hier keine Streiche spielte. Also bin ich Opfer von digitalen Parasiten auf meinem MAC? Und falls ja, warum machen sie meine Arbeit? Bekomme ich jetzt rückwirkend eine Rechnung? Schon verrückt. Ich schaltete den WLan Router aus, ebenso mein Handy. Kein Netz weit und breit. Dann checkte ich meine AuftragsListe. Stand für nächste Woche was an? Wenn ich ein strebsamer Mensch wäre, so Typ Karriere machen und so, dann hätte ich schon was vorarbeiten und dann nächste Woche die Zeit zu nutzen, weitere Aufträge an Land zu ziehen oder eigenständig einen Artikel zu schreiben, wie motivierte, professionelle Leute das so tun… sollte ich auf meine alten Tage noch beruflichen Erfolg anstreben?, flüsterte ich vor mir her als würde ich ein Lied im Radio mitsingen.
Wieder geisterten grüne, kleine Blitze umhüllt von orangefarbenen Nebel über die Tastatur. Langsam wurde mich doch etwas unheimlich.
Tu es, stand auf einmal auf dem ansonsten leerem, schwarzem Dokument. Ich schaute auf meine Hände, die in Unschuld getränkt regungslos neben dem Laptop lagen. Lehnte mich an, hielt die Arme hinter der StuhlLehne wie ein Gefangener. Irgendwie seltsam, von irgendwoher musste mein Rechner sich noch einen Rest an Internet ran ziehen, aber wie sollte das gehen? Ich testete was und sagte, hey, Siri, bestell mir eine Pizza.
Siris Zeichen flackerte in der unteren Mitte des BildSchirms. Es besteht keine Verbindung zum Internet, erklärte sie. Wieder grünes Licht auf meinen Tasten.
Ich heiße nicht Siri. Was ist ein Internet? Wie soll man eine Pizza bestellen?
Denken wir mal logisch. Es konnte nur irgendein blöder Trick einer meiner Freunde sein. Hatte direkt einen gewissen Chemie Doktor in Verdacht. Also spielte ich mit und sagte… okay, wer bist du dann?
Kann ich gerade schlecht erklären. [zugegeben, dass mit den grünen Tasten ist krass gemacht]
Na gut, und was willst du von mir?
Ich brauche Hilfe [aber sowas von].
Hilfe? Was ist passiert?
Bin gefangen [na klar, füttere nur meinen True Crime Monk].
Wirklich?
Ja. Leider.
Ok, na gut. Wer hält dich gefangen?
Ein alter Mann, aber ich habe das Gefühl, dass er schon eine ganze Weile tot ist.
Wie kommst du darauf?
Hab ihn sterben hören [DramaQueen].
Okay, na, gut. Wie kann ich dir helfen?
Lass mich frei.
Alles klar, aber wie? Beschreib mir, was du siehst.
Nichts, es ist dunkel, nur Finsternis [logisch].
Oh, okay. Wie kannst du mir dann schreiben, hast du einen Computer?
Ja, deinen.
Wie meinst du das, meinen?
Siehst du das…. ich schreibe dir auf deinem Computer.
Und wie machst du das?
Kann ich gerade schlecht erklären. Ist aber auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass du mir jetzt hilfst. Du schuldest mir was, ich hab dir auch geholfen.
Ahh, dachte ich es mir doch. Ha! Also gut, von mir aus. Wie kann ich dir helfen?
Lass mich raus.
Alles klar, würde ich sehr gerne machen, aber wo bist du?
Hier.
Hier? Was meinst du mit hier?
Mit hier meine ich…[es klopft an den Wänden] HIER.
Klopf.
Klopf.
Klopf.
Ein tiefes Hämmern ließ die Wände und den Boden erschüttern. Ich zuckte zusammen. Respekt vor den technischen Skills mit der Spyware auf meinem Laptop, aber das mir dem Klopfen ist krank. Haben sie wirklich hier irgendwo Boxen oder so versteckt, um mich reinzulegen? Halt, Moment. Da fiel mir ein, dass ich noch gar keinen Besuch von meinen Freunden hatte. Kann also nur die Frau sein. Aber warum? Kaum zu glauben, wie sie mit ihrer BabyWamper herumkriecht und irgendwelche ImpulsGeber in meinem ArbeitsDachBoden verbaut.
Das machte alles einfach keinen Sinn. Vielleicht doch alles EinBildung.
Kannst du das nochmal machen?
Klar [Klopf, klopf].
Klopf nochmal, sagte ich, stand auf, um dem Geräusch zu folgen. Klopf, klopf, klopf, klopf… ein monotones Hämmern hallte durch die obere Etage. Hinten links, hinter der tapezierten GipsWand, kam das Pochen her. Ich hockte mich hin und öffnete die alte, dünne HolzTür, hinter der meine Frau WinterSchuhe und WeihnachtsDeko und so Kram verstaut. Ich erblickte einen winzigen PlastikTannenBaum, der sich leicht bewegte. Ich war dem Hämmern dicht auf der Spur. Weg mit der Deko. Es pochte etwas lauter, hinter einer Wand aus OSB-Platten. Versuchte sie zu bewegen. Ließ sich zur Seite schieben. Dahinter flackerte es orange im grünen Nebel, wie auf meiner Tastatur. Wenn das wirklich ein Gag sein sollte, dann war er krass gemacht.
Ein Stapel Bücher lag im Dunkeln. Ich griff danach. KinderBücher, verstaubt und dezent vergilbt. Kannte nicht eins davon. Das Oberste war ohne Beschriftung. Ein SkizzenBuch. Von hier aus strömte der grüne Nebel. Im SchneiderSitz hockend klappte ich es auf. Grüner Nebel umhüllte nun auch mich. Kaum was zusehen. Aus dem Nichts blickten mich plötzlich zwei grün leuchtende Augen an. Ein dämonisches Grinsen riesiger FangZähne bleckte mir entgegen. Als zwei weiße Pfoten aus dem Buch kletterten, spracng ich auf und stürzte die kleine WendelTreppe herab. Auf allen Vieren. Kopf in der Küche unter kaltes Wasser. Dann schaute ich um die Ecke.
Und da hockte es. Kopf über von der oberen Etage schaute es mich an und sagte,
Hi.
Es war ein Etwas mit weißem Fell, geisterhaft schimmernd, umhüllt von orangefarbenen Leuchten und grünen Augen, die mich ins Visier nahmen. Mein Verstand verschwand schon vor einer Weile, doch als ich meinen Kopf etwas neigte um zu erkennen, was dieses Wesen sein sollte, riss mit ein eisiger Schauer die Haut vom Leib. Es war nicht nur irgendein Dämon, ein Monster, eine groteske Kreatur aus der Hölle oder sonst wo, nein, es war schlimmer. Viel, viel schlimmer.
Es war eine Katze.